„Orgel des Monats März 2026“ in Rostock-Toitenwinkel
In diesem Herbst soll die Orgel in der Kirche St. Laurentius und St. Katharina in Rostock-Toitenwinkel saniert werden. Davon werden neben Gottesdienst- und Konzertbesuchern auch Studierende der Rostocker Hochschule für Musik und Theater profitieren. Etwa 82.000 Euro werden die Maßnahmen kosten. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung Orgelklang fördert das Vorhaben, eine Projektspende inklusive, mit 9.000 Euro.
Friedrich Friese III, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der bedeutendste Orgelbauer in Mecklenburg, schuf das Instrument in Toitenwinkel im Jahr 1862. Viele Teile des Werkes mit dem nordisch schlichten Prospekt, insbesondere Balg- und Windanlage, sind verschlissen; auch eine Reinigung ist notwendig. Geplant ist außerdem eine teilweise Rückführung auf die von Friedrich Friese vorgenommene Stimmung der Orgel.
Toitenwinkel ist eigentlich ein Dorf, dass erst 1950 nach Rostock eingemeindet wurde. Zum Gottesdienst kommen rund 100 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Stadt. Das Interesse für die Gemeinde und ihre Orgel ist auch jenseits der Dorfgrenzen groß. „Die Gemeinde ist sehr aktiv“, Thomas Luschtinetz, Vorsitzender des örtlichen Fördervereins. Immer wieder gibt es vor allem Chor- und kammermusikalische Konzerte in der Kirche. Sobald die Orgel saniert ist, könnte auch sie dabei einbezogen werden. Außerdem wäre der Weg frei für mehr Orgelschülerinnen und -schüler.
Ein berühmtes Vorbild für sie könnte die Pianistin Veronica Jochum von Moltke sein. Wie viele andere Mitglieder ihrer Familie, die dem mecklenburgischen Adel entstammt und einst das Gut in Toitenwinkel besaß, hat die Schwägerin des Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke eine enge Beziehung zur Dorfkirche, sagt Thomas Luschtinetz. Zugunsten der Sanierung des Gotteshauses habe sie vier Benefizkonzerte in Rostock gegeben. „Die Kirche ist inzwischen sehr schön – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Orgel gründlich zu restaurieren und für zukünftige Generationen fit zu machen“.
Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. In diesem Jahr fördert sie 16 Projekte in einem Gesamtumfang von 75.000 Euro (bzw. 241.000 Euro inkl. Projektspenden). Seit 2010 hat sie mehr als 300 Förderzusagen für rund 1,7 Millionen Euro gegeben (bzw. fast 2,6 Millionen Euro inkl. Projektspenden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.stiftung-orgelklang.de.