Eifert-Orgel (1894) in der Dorfkirche Allmrenrod (Hessen)
Eifert-Orgel (1894) in der Dorfkirche Allmrenrod (Hessen)

„Orgel des Monats Juli 2026“ in Allmenrod

Adam Eifert (1841-1910) war ein fleißiger Orgelbauer: Rund 140 Instrumente soll er gefertigt haben; die meisten blieben, da er seine Werkstatt in Stadtilm betrieb, im Raum Thüringen. Doch einige wenige Exemplare wurden per Eisenbahn auch in Eiferts hessische Heimat transportiert, vor allem in den Vogelsberg. So kam auch die evangelische Kirche in Allmenrod zu ihrer Orgel.

Das Instrument mit dem ungewöhnlichen, in dunklen Braun- und Blautönen gehaltenen Prospekt schuf der „Großherzogliche Sächsische Hoforgelbauer“ im Jahr 1894 (die heutigen Farben erhielt es indes vermutlich erst später). Zwei Eifert‘sche Charakteristika weist die „Orgel des Monats Juli 2026“ auf: Zum einen werden die Register nicht – wie bei anderen Orgeln üblich und ursächlich für die entsprechende Redewendung – gezogen, sondern mithilfe einer Stechermechanik nach unten gedrückt. (In Allmenrod können also strenggenommen niemals „alle Register gezogen“ werden.) 

Dorfkirche Allmenrod

Dorfkirche Allmenrod

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Dorfkirche Allmenrod

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Ein noch wesentlicheres Merkmal der Instrumente aus der Werkstatt von Adam Eifert sind ihre besonders sanften Flöten- und Streicherstimmen, mit denen ihr Klang dem Stil der Romantik entsprach. In diesem Punkt gibt es Nachholbedarf in Allmenrod: Die in der Romantik besonders beliebte „Weidenpfeife“ (in der Fachsprache „Salicional“ genannt), zuständig für einen warmen, weichen Klang, der den von Streichinstrumenten imitiert, muss rekonstruiert werden. Die Entscheidung dafür traf der Kirchenvorstand nach reiflicher Überlegung und Erkundigungen bei ähnlichen Instrumenten in der Region. Danach war klar: Die Orgel soll in ihren ursprünglichen Klang zurückgeführt werden.

Und damit das Instrument dann auch wirklich wieder richtig gut klingt, wird gleichzeitig eine Rundum-Restaurierung in Angriff genommen. Pfeifen, Windversorgung, Tastatur – fast alle Teile des Instruments werden instandgesetzt, die Beseitigung von Schimmel und eine grundlegende Reinigung kommen hinzu. All diese Maßnahmen zusammen kosten, so rechnen die Verantwortlichen, rund 39.000 Euro. Die Stiftung Orgelklang unterstützt das Vorhaben großzügig mit 4.000 Euro. Zum Herbst sollen die Sanierungsarbeiten beginnen – und wenn alles fertig ist, wird ordentlich gefeiert. Mit Konzerten im romantischen Orgelklang, versteht sich.